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Geschichte

Aus Anlass des 65. Geburtstages von Landeshauptmann aD Dipl.-Ing. DDr. Hans Lechner beschloss der Landesparteivorstand der ÖVP Salzburg am 12.7.1978, eine Stiftung mit dem Namen "Dr. Hans Lechner Stiftung" zur Förderung von wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der politischen Zeitgeschichte zu errichten.

Zweck

Der Stiftung wurde die Aufgabe übertragen, Forschungsaufgaben durchzuführen, wissenschaftliche Studien und Arbeiten zur Erforschung der politischen Zeitgeschichte des Landes Salzburg zu fördern, aber auch Dokumente zu veröffentlichen und das Parteiarchiv der Salzburger ÖVP zu führen. Der Arbeitsbereich wurde mit dem wissenschaftlichen Bemühen um das christlich-demokratische Gedankengut im Bundesland Salzburg, seiner Vorläufer wie seiner nationalen und internationalen Verflechtungen inhaltlich präzisiert.

Ort

Die am 6.11.1984 aus der Stiftung hervorgegangene Forschungsgesellschaft verfügt seit Juli 1993 in der Pfeifergasse über eigene Büroräume und eine Bibliothek. Das Archiv ist disloziert untergebracht. Die Gesellschaft befindet sich damit mitten im weltlichen, geistigen und geistlichen Zentrum der Stadt: Im Kaiviertel mit den Amts- und Repräsentationsräumen von Landtag und Landesregierung, einem Teil der Universität und auch dem erzbischöflichen Palais mit anderen Einrichtungen der Erzdiözese...

Tätigkeit

Die Forschungsgesellschaft hat seit 1978 eine Reihe von Publikationen herausgegeben; darunter mehrere für das Land Salzburg bedeutende zeitgeschichtliche Werke wie etwa "Landeshauptmann Klaus und der Wiederaufbau Salzburgs", "Hunger, Not und Korruption" oder "Zwischen Kruckenkreuz und Hakenkreuz – Schule im autoritären und totalitären Staat". Seit 1991 gibt die Forschungsgesellschaft mit "Salzburg. Geschichte & Politik" auch eine wissenschaftliche Vierteljahresschrift heraus.


Das Zirkelwirtshaus. Der Sitz der Dr. Hans Lechner-Forschungsgesellschaft

 

Historische Wurzeln

Das gesamte Kaiviertel war schon zu Beginn des 12. Jh. ein wirtschaftliches und gesellschaftliches Zentrum der Stadt. Die Pfeifergasse, die bis zum Beginn des 16. Jh. noch Webergasse hieß und über den Mozartplatz hinaus bis auf den heutigen Waagplatz reichte, war einst der Wohnsitz von Minnesängern, Harfenschlägern, Hofmusikanten und Stadtpfeifern. Ihren Namen trägt sie nach Chunrat Amayßl, dem „Herrn von Salzburg Pfeiffer“.
Mit Andinger Püchler weist im Jahre 1806 erstmals ein Besitzer des Hauses Pfeifergasse 14 die Berufsbezeichnung „Gastgeb“ auf. Aus gutem Grund kann aber angenommen werden, dass der Zirkelwirt viel älter ist, da in der Nähe von Bädern, wie hier beim Rapplbad, Bierzapfer und Wirte anzutreffen waren. Erstmals erwähnt wird das Haus 1478.

Die Zeit Mozart’s, die Zeit der Aufklärung

Als Salzburg im 18. Jh. unter Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo, seinem letzten geistlichen Regenten, ein Zentrum kirchlicher und weltlicher Aufklärung im süddeutschen Raum wurde, soll auch das Zirkelwirtshaus Freimaurern als Versammlungsort gedient haben. Ausschlaggebend für diese Wahl dürfte seine Lage im Dreieck zwischen Residenz-Neugebäude, Chiemseehof und Mozartplatz gewesen sein, wo führende Mit-glieder der Gesellschaft Arbeitsstätte und Wohnort hatten

Das 20. Jahrhundert

Beim ersten Luftangriff auf die Stadt Salzburg am 16. Oktober 1944 wurde neben sechs Häusern in der Pfeifergasse auch das Zirkelwirtshaus fast total zerstört. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wieder aufgebaut, beherbergt es auch heute wieder den Zirkelwirt. Über dem Eingang zur Gaststätte die Marmortafel mit Zirkel und den beiden Jahreszahlen 1647 und 1955.
Auf der Stirnseite des Hauses befindet sich der Papagenoplatz mit dem von der Salzburger Bildhauerin Hilde Heger 1960 geschaffenen Papagenobrunnen.

Literatur: Walter W. Vogl: „Das Würtshauß beim goldnen Zierggl“ Pfeifergasse 14, in: Salzburg.Geschichte&Politik. Mitteilungen der Dr. Hans Lechner-Forschungsgesellschaft, 5. Jahrgang 1995, Nr. 3,4.